Fokus Agilität: Immer schön geschmeidig bleiben!

Digitalisierung verändert den Markt rasant – täglich. Es bleibt keine Zeit, bis ins Letzte optimal ausgefeilte Systeme, Strukturen oder Software zu entwickeln. Es müssen schnelle Lösungen her, die vielleicht auch noch nicht ganz perfekt sind. Die Methode der Stunde ist eine iterative, d. h. eine schrittweise Herangehensweise, die sich flexibel und beweglich an Herausforderungen anpasst.

Digitalisierung unter Druck

Das Handwerk wird sich zum Beispiel ab 2017, aufgrund der elektronischen Ausschreibungen von Kommunen, auf jeden Fall umstellen müssen. Hier findet dann sozusagen Digitalisierung unter Druck statt.

Wäre es aber nicht viel besser, wenn Digitalisierung intrinsisch, also aus dem Unternehmen heraus, motiviert wäre? Dazu ist es wichtig, kleineren und mittleren Unternehmen konkret aufzuzeigen, welche Chancen durch Digitalisierung entstehen.

„Wenn Digitalisierung nur vom Kunden oder den Lieferanten aus getrieben würde, könnte das, gerade bei KMU und dem Handwerk, ein langer Prozess werden. Durch den zusätzlichen Druck des Gesetzgebers beschleunigt sich dieser. Man kann sich den Druck also auch zunutze machen.“ *
Dipl.-Volkswirt Eckhard Schwarzer, Vorstand Service und Vertrieb DATEV eG, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, DATEV eG

Geschäftsbereiche neu formatieren?

Oft zwingen auch Kunden und Lieferanten zu mehr Flexibilität und Leistungen beziehungsweise Produkten, die ohne Digitalisierung meist gar nicht zu liefern sind. Oder die Mitarbeiter fordern, digitalisierte Geschäftsprozesse einzuführen, die die Arbeit erleichtern.

So transformiert die massive Durchdringung digitaler Technologien bestehende Marketingstrategien, Vertriebsmodelle und Ansprachekonzepte eines jeden Unternehmens. Denn die Kunden agieren zunehmend digital via Desktop, Smartphone und Tablet. Sie loben, kritisieren und zerstören mithin auch Produkte. Ob es sich dabei gleich um eine Neuformatierung handelt, sei dahingestellt, aber alleine das Marketing hat sich in den letzten zwei Jahren mehr verändert als in den letzten 50 Jahren zuvor.

Wie User denken

Experten sind sich sicher: Usability wird sich zu einem wichtigen Erfolgsfaktor entwickeln. Auch Studien zeigen, dass der Einsatz benutzerfreundlicher IKT-Lösungen sowohl die Produktivität der Benutzer als auch deren Zufriedenheit steigert.

Im Gegensatz zu den USA, Skandinavien oder auch Japan, wo auf Usability großen Wert gelegt wird, ist dieser Trend in Europa und auch Deutschland noch nicht ganz angekommen. Allerdings hat eine vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie belegt, dass Usability durchaus zum Wettbewerbsfaktor werden kann. Eine größere Kundenzufriedenheit und höhere Umsätze wurden konkret nachgewiesen. Weitere Infos dazu: http://www.usability-in-germany.de/uig-studie.

Datenschutz nicht vergessen!

Im Zuge von Big Data, Mobility und Cloud Computing müssen kleine mittelständische Unternehmen allerdings auch zahlreiche gesetzliche Vorschriften, insbesondere hinsichtlich des Datenschutzes, beachten. Zudem ist im Rahmen von App- oder Softwareentwicklung und Usability das frühe Hinzuziehen rechtlicher Beratung zu empfehlen. Denn wenn in puncto Privacy Rechtsverstöße erst zu spät entdeckt werden, kann das sehr teuer werden. Nicht umsonst steht das A wie „Anwalt“ bei „Digitalisierung von A bis Z“ ganz vorne. Im Rahmen des CAMPUS MITTELSTAND werden wir uns in einem der nächsten E-Magazine mit diesem wichtigen Thema noch detailliert beschäftigen.

* Die in diesem Text verwendeten Zitate entstammen dem bei digitalize your business erschienenen E-Book „Digitalisierung von A–Z“.